Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




02.07.2021

Müllgebühren im Vergleich

Wo die Abfallentsorgung am günstigsten ist

Steigende Gebühren – egal ob bei der Müllabfuhr oder für andere öffentliche Leistungen - sind für jeden ein Ärgernis. Damit Abfälle verantwortungsbewusst und nachhaltig verwertet werden, ist eine geordnete, gebührenfinanzierte Abfallwirtschaft jedoch unumgänglich. Die allgemeinen Preissteigerungen machen auch vor dieser Branche nicht halt. Die Entsorgung von Restabfall in geeigneten Verbrennungsanlagen ist so teuer wie schon lange nicht mehr, gleichzeitig sinken die Preise für Metalle und andere Wertstoffe. Dazu kommen die seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsen, was sich negativ auf den Wert der Rücklagen für Deponiesanierungen auswirkt. All dies führt dazu, dass die Gebühren auch bei gleichbleibender Leistung stetig teurer werden. Aber wie steht der A.R.T. eigentlich im Vergleich zu anderen Abfallentsorgern da?


4 Personen, 120 Liter, 13 Leerungen – ein Vergleich

Wer versucht, die Abfallgebühren verschiedener Regionen und Städte miteinander zu vergleichen, stößt schnell an seine Grenzen. Denn die Leistungspakete sind überall unterschiedlich, ein genauer Einblick in die komplexe Kalkulation der Müllgebühren nur schwer möglich.

Denn hinter einer Jahresgrundgebühr stecken nicht nur die Gebühren für die Abholung der Abfälle am Haus, sondern auch die Nutzungsmöglichkeiten für Wertstoffhöfe, Grüngutsammelstellen, der Betrieb der Anlagen, die sehr kostenintensive Deponienachsorge und vieles mehr.

In den meisten Gemeinden werden die Restabfallbehälter alle zwei Wochen geleert, woanders gibt es einen 4-wöchentlichen Rhythmus. Ein Entsorger rechnet 13 Leerungen in die Jahresgrundgebühr ein, woanders sind es 6 oder 26. Auch in Sachen Bioabfall gibt es große Unterschiede. Nicht nur die Erfassung läuft unterschiedlich, auch der Anschlussgrad und die anschließende Verwertung der Abfälle sind vielfältig. Während manche bei der Verwertung des Bioabfalls noch auf eine schlichte Kompostierung setzen, nutzen der A.R.T. und andere das Potenzial dieses Abfalls, indem sie ihn in einer Biogasanlage energetisch verwerten und die Gärreste anschließend in der Landwirtschaft zum Einsatz bringen. Letzteres stellt eine wesentlich bessere und klimafreundlichere Nutzung der Wertstoffe dar, ist aber auch mit höheren Kosten verbunden.

Im Folgenden sind die Jahresgebühren verschiedener Entsorger in der Region gegenübergestellt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurde ein 4-Personen-Haushalt mit einem 120 Liter Restabfallbehälter mit 13 Leerungen/Jahr (alle 4 Wochen) betrachtet, obwohl beim A.R.T. hierfür nur mindestens ein 80 l-Behälter vorzuhalten ist. Außerdem wird die Annahme getroffen, dass der Vergleichshaushalt an ein Entsorgungssystem für Bioabfall angeschlossen ist.

Region

Gebühr/
Jahr

Gebühr/
Woche

Landkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm (A.R.T.)

112,25 ¤

2,16 ¤

Stadt Trier & Landkreis Trier-Saarburg (A.R.T.)

127,20 ¤

2,45 ¤

Landkreis Mayen-Koblenz

163,41 ¤

3,14 ¤

Landkreis Vulkaneifel (A.R.T.)

165,81 ¤

3,19 ¤

Landkreis Bernkastel-Wittlich (A.R.T.)

180,55 ¤

3,47 ¤

Entsorgungsverband Saar (EVS)

200,10 ¤

3,85 ¤

Landkreis Ahrweiler

212,15 ¤

4,08 ¤

Landkreis Cochem-Zell

227,00 ¤

4,37 ¤

Landkreis Birkenfeld*

231,60 ¤

4,45 ¤

Rhein-Hunsrück-Kreis

267,00 ¤

5,14 ¤

* 26 Mindestleerungen des Restabfallbehälters bei 60 Liter Behältergröße

Stand: 30.06.2021

Während die wöchentliche Belastung bei einem 120 Liter Behälter im Verbandsgebiet des A.R.T. zwischen 2,16 Euro und 3,47 Euro liegt, zahlen die Bürgerinnen und Bürger in Cochem für die gleiche Leistung 4,37 Euro und im Rhein-Hunsrück-Kreis 5,14 Euro. In Birkenfeld sind die Gebühren in der Beispielrechnung für einen 60 Liter Behälter angegeben, da dort 26 Leerungen des Restabfallbehälters verpflichtend in den Gebühren enthalten sind.

 


Info

Die Abfallgebühren des A.R.T.

Im Verbandsgebiet des A.R.T. werden die Gebühren anhand der Größe der Restabfallbehälter und der Bereitstellungshäufigkeit berechnet. Die Behältergröße ist die Grundlage für die Grundgebühr und richtet sich danach, wie viele Personen in Ihrem Haus leben. Daraus ergibt sich das Mindestbehältervolumen. Dieses beträgt auf bewohnten Grundstücken

    mit bis zu 4 Personen mindestens 80 Liter

    mit bis zu 6 Personen mindestens 120 Liter

    mit bis zu 12 Personen mindestens 240 Liter

    mit mehr als 12 Personen errechnet sich das Behältervolumen mit 10 Litern pro Person und Woche

In der Jahresgrundgebühr sind 13 Leerungen des Restabfallbehälters und die Leerungen der Blauen Tonnen im 4-wöchentlichen Rhythmus enthalten. Die Leerungen für Restabfall können im Laufe des Kalenderjahres nach Bedarf im Rahmen des 14-täglichen Abfuhrrhythmus in Anspruch genommen werden. Ab der 14. Leerung ist eine Leistungsgebühr zu zahlen. Die Leistungsgebühr wird nachträglich (im Folgejahr) berechnet. Sie richtet sich ebenfalls nach der Größe des Restabfallbehälters. Wie oft die Behälter geleert werden, wird über den im Restabfallbehälter integrierten Chip erfasst.

Zudem werden mit den Abfallgebühren unter anderem folgende Leistungen finanziert:

  • Einsammlung, Transport und Verwertung von Sperrabfällen
  • Einsammlung, Transport und Verwertung von Bioabfällen (Grünabfälle und Küchenabfälle)
  • Einsammlung, Transport und Verwertung von Problemabfällen
  • die mindestens 30-jährige Nachsorge der Deponien
  • Betrieb von Deponien für die Annahme von Erdaushub und Bauschutt
  • Betrieb von Wertstoffhöfen
  • Betrieb von Grüngutsammelstellen
  • Abfallberatung am Service-Telefon
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Verfolgung von widerrechtlichen Ablagerungen
  • Annahme und Verwertung widerrechtlicher Ablagerungen

 

 


  Kontakt