Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




03.07.2017

Abfallentsorgung in der Region Trier

Vereinheitlichung der Grundleistungen

Zum 01.01.2016 sind die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.), der bis dato bereits für die abfallwirtschaftlichen Aufgaben der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg zuständig war, mit dem Ziel beigetreten, durch die Vergrößerung des Zweckverbandes Synergiepotentiale zu heben. In der letzten Sitzung der A.R.T.-Verbandsversammlung Mitte Juni wurde nun darüber beraten, wie künftig die Einsammlung von Abfällen im gesamten Verbandsgebiet ab dem Jahr 2020 erfolgen könnte. Durch die Vereinheitlichung der Abfallsammlung und der Gebührenstruktur soll die Leistungserbringung verursachungsgerechter und effizienter werden.

Abfuhrrhythmen und Tourenplanung
Die an Fremdfirmen vergebenen Aufträge zu Einsammlung und Transport von Abfällen in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel laufen zum 31.12.2019 aus. Mögliche Einsparpotentiale können idealerweise dann gehoben werden, wenn eine einheitliche Vorgehensweise für die Einsammlung von Abfällen im gesamten Verbandsgebiet gefunden wird. Die Ausschreibung von Einsammlungs- und Transportleistungen ab dem 01.01.2020 soll aufgrund dessen ungeachtet von Kreisgrenzen nach logistisch optimierten Gesichtspunkten wie Siedlungsdichte, Topografie und Entfernung zu vorhandenen Umschlagplätzen erfolgen.

Freiwillige Zusatzleistungen
Neben der Tourenplanung spielt aber auch der Leistungsumfang an sich eine entscheidende Rolle bei den möglichen Kosteneinsparungen. So muss im Rahmen der Erstellung des neuen Logistikkonzeptes erörtert werden, wie die bisher sehr unterschiedlichen Leistungsangebote der einzelnen Verbandsmitglieder hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Servicegrad bestmöglich vereinheitlicht werden können. Dabei sind sowohl die Kernprozesse (wie Einsammlung von Restabfall, Altpapier, Sperrabfall usw.) zu strukturieren, als auch freiwillige Leistungen zu definieren. Die Ausgestaltung dieser freiwilligen Leistungen orientiert sich an den Budgets der einzelnen Verbandsmitglieder (Landkreise und kreisfreie Stadt Trier) - über den Umfang entscheidet bis längstens zum Jahr 2025 jedes Verbandsmitglied weiterhin selbst.

Was könnte sich ab 2020 ändern?
Ersten Planungsansätzen entsprechend könnten zukünftig alle Restabfallbehälter mit einem Chip ausgestattet werden, über den jede graue Tonne einem Nutzer zugeordnet wird. Die Grundgebühr könnte 13 Mindestleerungen enthalten und zusätzliche Leerungen, etwa für einen zweiwöchentlichen Leerungsrhythmus, gesondert berechnet werden. In der Praxis wird dies bereits heute in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Eifelkreis Bitburg-Prüm so gehandhabt, wobei es jedoch im Eifelkreis keine Mindestleerung gibt. Für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg würde die graue Tonne weiterhin alle 14 Tage geleert, wenn die Kundinnen und Kunden kein anderes Leerungsintervall wünschen.

Papierabfälle würden zukünftig einheitlich einmal im Monat eingesammelt werden – möglichst am selben Tag wie die Gelben Säcke, wodurch die aktuelle Fülle der Abfuhrtermine im Landkreis Vulkaneifel reduziert würde.

Die Straßensammlung für Sperrabfälle könnte einheitlich auf eine Sammlung auf Abruf umgestellt werden. Dadurch würde die bisherige Straßensammlung im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Landkreis Vulkaneifel der Vergangenheit angehören. Hier hatte es in den letzten Jahren vermehrt Beschwerden über die Beraubung von Sperrabfall und die damit verbundenen Verwüstungen des Straßenbildes sowie andere negative Auswirkungen gegeben. Der A.R.T. hofft, diese Auswirkungen mit einer bedarfsgerechteren Sammlung auf Abruf eindämmen zu können. Bürgerinnen und Bürger könnten dann beispielsweise bis zu viermal im Jahr telefonisch oder per E-Mail eine Sperrabfallsammlung anmelden und bekämen einen entsprechenden Abfuhrtermin mitgeteilt.

Neben den stationären A.R.T.-Annahmestellen für Problemabfälle würden diese Abfälle auch mehrmals jährlich an festen Standorten in den Städten und Verbandsgemeinden des Entsorgungsgebietes entsorgt werden können.

Elektro(nik)geräte könnten auch weiterhin an den A.R.T.-Wertstoffhöfen sowie in Elektrofachgeschäften kostenlos abgegeben werden.

Grünschnitt könnte regionalweit grundsätzlich zu den 86 Grüngutsammelstellen des A.R.T. gebracht werden.

Über Grundleistungen hinausgehende Serviceangebote, zu denen auch die Grünschnittsammlung auf Abruf sowie das Heraus- und Zurückstellen der Restabfalltonnen in der Stadt Trier (Hol- und Bringdienst) gehören, sollten aus Sicht des A.R.T. als Zusatzleistungen der einzelnen Verbandsmitglieder in das Gesamtkonzept aufgenommen werden. Somit könnten auch im Zuge der Vereinheitlichung die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Landkreisen und der Stadt Trier Berücksichtigung finden. Die Gebühren könnten sich dabei nach dem Grad der Inanspruchnahme richten. Hier hat der A.R.T. bisher sehr gute Erfahrungen im Bereich der individuellen Sperrabfalleinsammlung gemacht.

Über das Logistikkonzept und die damit einhergehenden Gebührenanpassungen soll bis Ende dieses Jahres entschieden werden. Bis dato vorliegende Vorschläge des A.R.T. werden in den kommenden Monaten in den kommunalen Gremien der Verbandsmitglieder diskutiert – das letzte Entscheidungsrecht liegt bei den Kreistagen, dem Stadtrat der Stadt Trier und der Verbandsversammlung des A.R.T.



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