Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.)




12.05.2017

Römisches Erbe für das moderne Trier bewahren

Stadtwerke und A.R.T. engagieren sich bei der Bergung eines römischen Kanals

Mit Interesse verfolgen die Projektpartner, wie das Teilstück zerschnitten und für den Transport vorbereitet wird.

Beim Bau einer Tiefgarage auf dem Gelände des Hotels „Deutscher Hof“ haben die Archäologen des Landesmuseums eine sehr gut erhaltene römische Wasserleitung freigelegt. „Dieser Fund war absolut überraschend, denn wir haben in dem Dokumentationsarchiv des Landesmuseums keine Aufschlüsse gefunden, dass ein entsprechendes Kanalbauwerk an dieser Stelle im Boden zu vermuten wäre“, erklärt Stadtarchäologe Dr. Joachim Hupe. Man könne noch nicht abschließend sagen, welches Wasser durch diese Leitung gelaufen sei, so Hupe weiter. Die Bautechnik spreche eher für eine Frischwasserleitung, die Lage des Kanals und die Trassenführung lassen eher auf eine Brauchwasserleitung schließen. „Aber wir werden das weiter analysieren“, so der Stadtarchäologe weiter. Als dieser aufsehenderregende Fund bekannt wurde, war für Andrea Weber, Chefin des Hotels ‟Deutscher Hof‟, schnell klar, dass ein Teil des Kanals vor Ort erhalten  und für die Hotelbesucher in Szene gesetzt werden soll. „Aber mir blutete das Herz bei dem Gedanken, dass ein Großteil des Funds nach der Dokumentation einfach von einem Bagger weggeräumt und entsorgt werden sollte“, erzählt Weber. Deshalb hat die engagierte Hotelchefin nach Partnern gesucht, die sie in ihrem Vorhaben unterstützen, Teile der römischen Leitung zu bergen und für die Öffentlichkeit zugänglich ausstellen. Mit den Stadtwerken Trier und dem A.R.T. waren diese schnell gefunden.

„Als Stadtwerke Trier sind wir heute sowohl für die Trinkwasserversorgung als auch für die Abwasserreinigung in Trier verantwortlich. Deshalb haben wir das Projekt natürlich mit großem Interesse verfolgt und unterstützen die Bergung und den Erhalt des Kanals mit einem Betrag von bis zu 20.000 Euro“, erklärt SWT-Technikvorstand Arndt Müller. An welchem SWT-Standort das Leitungsstück letztendlich ausgestellt werde, sei abhängig von den Untersuchungsergebnissen des Landesmuseums. „Wir haben sowohl mit dem Hauptklärwerk (bzw. dem zukünftigen Energie- und Technikpark), als auch mit dem Wasserwerk Irsch zwei sehr moderne und passende Standorte, die von vielen Gruppen besucht werden. So verbinden wir Geschichte und Moderne und machen sie vor unsere Besucher erlebbar“, so Müller weiter. Auch für A.R.T.-Verbandsdirektor Max Monzel passt das Engagement zur Unternehmensphilosophie des A.R.T.: „Wir übernehmen im Rahmen der Aktion Verantwortung und ich finde, das passt gut zum A.R.T. Denn auch bei unserer täglichen Arbeit geht es darum, Dinge gezielt wieder zu verwerten statt sie einfach zu beseitigen.“ Baudezernent Andreas Ludwig  zeigt sich von dem Engagement der Beteiligten begeistert. „Unsere Absicht ist es,  einen Dreiklang herzustellen, der das römische, das mittelalterliche und das moderne Trier vereint. Und Aktionen wie diese zeigen, dass das auch in der Praxis umgesetzt werden kann.“

Text und Bild: SWT



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